rgt1 Vom Klang der Sprache

Das Projekt „Radio Gesellschaftstheorie“ (RadioGeThe) stellt sich vor, zunächst mit Nachrichten zu seiner Entstehungsgeschichte und zu seinen Perspektiven. Eine kleine Studie zum Wort „Radio“ leitet über zum Premierenthema von RadioGeThe: Wie lässt sich Sprache als ein Medium der Kommunikation begreifen und was folgt daraus? Sprache, so lautet eine Konsequenz, wird als Grenzphänomen der Gesellschaft erkennbar.

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Erweiterte Shownotes

  • Brosziewski, Achim (2013): Daniel Lee im kognitiven Komplex der amerikanischen Universität. Ein Nachruf. In: Soziale Systeme. Zeitschrift für soziologische Theorie 19, H. 1, S. 161-166. https://doi.org/10.1515/sosys-2014-0110
  • Lee, Daniel B./Brosziewski, Achim (2009): Observing Society. Meaning, Communication, and Social Systems. Amherst, NY: Cambria Press. www.cambriapress.com/pub.cfm?bid=339
  • Sound: Max & Jonas Lee, www.leebropro.com
  • Design: Brian Switzer, envisionplus.com
  • Luhmann, Niklas (1997): Die Gesellschaft der Gesellschaft. Frankfurt am Main: Suhrkamp.
    • Zitat „Sprache ist an den Hörsinn gebunden …“ auf S. 213; Zitat mit „Elvira ist ein Engel“ auf S. 215.
  • Glosse, Herkunft und Bedeutung
  • Moxter, Michael (2014): Hören. In: Konersmann, Ralf (Hrsg.): Wörterbuch der philosophischen Metaphern. Studienausgabe. Darmstadt: WBG, S. 149-171.
    • Zeugt davon, dass sich die Philosphie von der Antike über mittelalterliche Theologie bis hin zur Anthropologie der Neuzeit vornehmlich für den Unterschied zwischen Sehen und Hören, nicht aber für den Zusammenhang von Hören und Sprechen interessierte.
  • Ong, Walter J. (1987): Oralität und Literalität. Die Technologisierung des Wortes. Opladen: Westdeutscher Verlag.
    • Zu Effekten der Schrift auf Sprache und Sprechen. Wir leben, meint Ong, in einer „sekundären Oralität“, in der wir uns zum Sprechen und Hören entschliessen – wo es vor der Schrift ohne Schreiben, Lesen und Schriftspeicher für das soziale Gedächtnis der Sprache gar keine Alternative zur Oralität gab.
  • Zetzsche, Cornelia (2024): Vom Klang des Lesens. Wie Schriftsteller und Schriftstellerinnen Lesen, Hören, Schreiben. Bielefeld: transcript.
    • Zur Poetik und Akroamatik (Hör-Sinnlichkeit) der Produktion und des Verständnisses von schöner Literatur.
  • Maslen, Sarah (2025): Learning to Hear. The Auditory Bases of Excellence in Practicing Medicine, Climbing Mountains, Making Music, and Communicating in Morse Code. New York: Columbia University Press.
    • Feine ethnographische Studien zu Funktionen des Hörens für anspruchsvolle praktische Tätigkeiten.
  • Riedel, Manfred (1984): Logik und Akroamatik. Vom zweifachen Anfang der Philosophie. In: Philosophisches Jahrbuch 91, H. 2, S. 225-237.
    • Im „Anfang“ der Philosophie stand die Aufgabe, dem Zu-Hörenden (dem Wort, griechisch „logos“) die „Klarheit“ (das „Ein-Leuchtende“) beizubringen. Peter Fuchs zeigt in seinen Studien über „Moderne Kommunikation“ (Frankfurt am Main: Suhrkamp 1993, S. 108-111), wie aus solch einer funktionalistischen Sprachtheorie eine eiserne Lehrdisziplin entstand, die im Medium der Sprache ausschliesslich „vernünftige“ Wesen miteinander kommunizieren lässt und alle anderen sprachbegabten Wesen als geschwätzig und blöde hinstellt.
  • Saenger, Paul (1997): Spaces between Words. The Origins of Silent Reading. Stanford: Stanford University.
    • Ein Klassiker zur Bedeutung von Sichtbarkeit und Verräumlichung von Sprache durch Schrift. Die Kritik hält seine Thesen für zu stark, bestätigt jedoch ihre Relevanz.
  • Owens, W.R. (2020): Reading Aloud, Past and Present. In: Hammond, Mary (Hrsg.): Edingburgh: Edinburgh University Press, S. 297-314.
    • Die Tradition des Laut-Lesens wurde im Mittelalter nicht plötzlich und nie komplett durch Still-Lesen ersetzt. Bis heute übt Laut-lesen kulturelle und soziale Funktionen aus. Sie anklingen zu lassen, sollte Zweck meiner kleinen Laut-Experimente zum Luhmann-Zitat im Podcast sein.
  • Fuchs, Peter (2010): Das System SELBST: Eine Studie zur Frage: Wer liebt wen, wenn jemand sagt: »Ich liebe Dich!«? Weilerswist: Velbrück;
    • zum Begriff der Innervation siehe S. 97–101.
  • Austin, John L. (1962): How to do Things with Words. The William James Lectures delivered at Harvard University in 1955. London: Oxford University Press.
  • Herder, Johann Gottfried von (1989): Abhandlung über den Ursprung der Sprache. Stuttgart: Reclam.
    • Klassischer Text der Sprachphilosophie.
  • https://www.youtube.com/watch?v=FqOYMslbjR4 Trailer „A E I O U – Das schnelle Alphabet der Liebe“